Zurck zur bersicht
Die Polimentvergoldung
Die Polimentvergoldung ist eine Technik, fr eine hochglnzende Vergoldung auf Holz. Sie ist nur im Innenbereich anzuwenden.

Leimtrnke
Die Leimtrnke dient zum Abdichten des saugenden Untergrundes. Es knnen grundstzlich alle tierischen Warmleime verwendet werden. Der Knochenleim hat gegenber dem normalerweise qualitativ hochwertigerem Hasenleim, den Vorteil, da sein niedrigerer Gelierpunkt eine grere Eindringtiefe zult. Das Rezept fr die Leimtrnke 1 Volumenteil Leim zu 6 Volumenteilen Wasser. Die Leime, ob Haut- oder Knochenleim, mssen vor Ihrer Erwrmung im kalten Wasser quellen. Die Leimtrnke sollte danach mit ca. 60 C aufgetragen werden.

Steingrund
Der Steingrund besteht wie der Name bereits sagt aus Steinkreide. Der Auftrag mit Steinkreide gibt feste und griffige Schichten, die gleichzeitig den Untergrund stabilisieren aber auch durch ihre kristalline Struktur eine gute Verbindung zum spteren Weigrund bieten. Die aufgetragenen Schichten sollten nicht zu dick sein, da die Steinkreide zur Ribildung neigt. Fr die Herstellung des Steingrundes verwendet man, 3 Volumenteile Steinkreide und 1,5 Volumenteile Wasser. Diese Mischung lt man ber Nacht einsumpfen. Am nchsten Tag wird das berschssige Wasser abgegossen. Als Bindemittel bentigt man wieder einen Leim. Hierfr eignet sich der Hasenleim hervorragend. Ein Knochenleim sollte hier nicht verwendet werden, da dieser vor allem in hohen Konzentrationen sehr sprde wird. Das Mischungsverhltnis fr den Leim sollte 1 Volumenteil Leim zu 1,5 Volumenteile Wasser sein. Dieses lt man ber Nacht quellen. Der Leim sollte das Wasser nun restlos aufgesaugt haben. Durch die Erwrmung auf 60 C im Wasserbad erhlt man den aufgelsten Leim. Dieser wird nun mit dem Kreidebrei gleichmig gemischt. Danach wird der Steingrund gesiebt und ist gebrauchsfertig. Im Hinblick auf die Neigung zur Ribildung darf der Steingrund nicht zu dickflssig sein. Bei Bedarf sollte man den Steingrund mit dnnem Leimwasser verdnnen. Der Auftrag sollte stupfend erfolgen. Hierzu verwendet man einen Anleger (Borstenpinsel). Stupfen Sie dabei nicht zu oft auf eine Stelle, um den Auftrag gleichmig zu halten. Ebenso sollte innerhalb eines Auftrags eine Stelle nicht nacheinander zweimal bestupft werden, da sonst in der bereits angetrockneten Schicht Risse entstehen knnen. Fr die Verarbeitungstemperatur sollte das Wasserbad eine Temperatur von 50 - 55 C haben. Die Steingrundierung ist ausreichend, wenn eine gleichmige Schicht aufgetragen wurde, die Holzoberflche und die Struktur mssen noch sichtbar sein. In der Regel 1 - 2 Auftrge.

Weigrundierung
Der Weigrund ist die schichtbildende Grundierung fr die Polimentvergoldung. Er wird mehrschichtig aufgetragen und soll Unebenheiten kaschieren und fr die sptere Vergoldung eine druckfeste polierfhige Unterlage zu bieten. Der Weigrund besteht aus der Leimlsung sowie aus verschiedenen Kreiden. Fr den Weigrund verwendet man 1 Volumenteil Hautleim und 4 Volumenteile Wasser. Die Leimlsung wird auf die gleiche Weise hergestellt, wie bereits beschrieben. Als Fllstoffe bentigt man 1 Volumenteil Bologneser Kreide, 1 Volumenteil Champagner Kreide sowie 1 Volumenteil China Clay. Die Leimlsung fllt man nun in eine Schssel oder Wanne die dann ca. gefllt sein sollte. Die Temperatur sollte wieder ca. 60 C betragen. Nun streut man die Kreiden hinein, indem sie durch die Hnde gerieben wird. Die Kreiden sollten nacheinander, also nicht gemischt, eingestreut werden. Es darf immer nur soviel Kreide eingestreut werden, da die Leimoberflche dnn mit Kreide bedeckt ist. Bis zum nchsten Einstreuen, mu man warten, bis die zuletzt eingestreute Kreide zu Boden gesunken ist. Bilden sich auf der Leimlsung dauerhafte nicht mehr absinkende Kreideinseln, ist die Sttigung erreicht. Je nach Art der Kreide kann das Absinken verschiedene Zeitspannen in Anspruch nehmen. Wie auch der Steingrund mu der Weigrund nach der Herstellung und grndlicher Vermischung gesiebt werden. Auf den gut durchgetrocknenden Steingrund wird nun der Weigrund in gleichmigen aber dnnen Schichten aufgestupft. Auch er mu erwrmt werden. Das Wasserbad sollte nicht wrmer als 40 C sein, um eine Blasenbildung zu vermeiden. Nach dem zweiten Auftrag sollte die Struktur des Steingrundes und des Holzes nicht mehr sichtbar sein. Bevor man den nchsten Auftrag beginnt, mu der vorherige zumindest oberflchentrocken sein. Das heit, es drfen keine dunklen feuchten Stellen mehr sichtbar sein. Es sollten mindestens 4 - 6 Stupfauftrge im Hinblick auf evtl. Reparierarbeiten und die in jeden Fall anfallenden Schleifarbeiten erfolgen. Nun beginnt man mit dem Ausgrundieren. Hierzu verwendet man den Weigrund und verdnnt diesen mit maximal 5 % Spiritus. Dies hat den Effekt, da der Auftrag dnnflssig wird und dadurch leichter verluft. Der Spiritus hat den Vorteil, da er rckstandslos verdunstet, und die Eigenschaften des Weigrundes nicht verndert. Verdnnt, man den Weigrund mit dnnem Leimwasser so wird die Oberflche auf jeden Fall durch den zustzlichen Leim spannungsreicher. Fr die Ausgrundierung verwendet man je nach Werkstck einen Polimentpinsel oder aber einen breiten Haarpinsel. Die Auftrge werden auch nicht mehr gestupft sondern mglichst gleichmig gestrichen. Nach dem Ausgrundieren mu der Weigrund geschliffen werden. Dies kann entweder na geschehen oder trocken. Beim Naschliff sollte eine Krnung von 360 und beim Trockenschliff eine Krnung von 220 verwendet werden soll. Geschliffen werden kann aber auch mit Bimssteinen.

Beachte:
Die Schleifarbeiten, so lstig sie auch sein mgen, mssen uerst genau durchgefhrt werden, denn alle hier nicht peinlichst genau ausgearbeiteten Unebenheiten sind unweigerlich auch nach der Vergoldung zu sehen. Nach Abschlu der Schleifarbeiten ist das Werkstck noch vom Schleifstaub zu befreien. Dies kann entweder durch absaugen oder aber durch abreiben mit einem feuchten Tuch zu bewerkstelligen. Ab jetzt sollte man Berhrungen des Weigrundes mit den Hnden vermeiden.

Poliment
Auf den Weigrund wird nun das Poliment aufgetragen. Wie wir wissen, ist Poliment welches man kaufen kann eigentlich nur ein Bolus. Zum Poliment wird es erst, wenn es abgeleimt wurde. Grundstzlich kann man zwischen zwei Sorten von Polimenten unterscheiden. Das Leimpoliment und das Eipoliment. Grundstzlich ist eines zu sagen, das Leimpoliment ist einfacher in der Herstellung und es ist haltbarer. Dem Eipoliment sagt man nach, da der Glanz der Vergoldung feuriger sein soll. Als erstes stellt man den Polimentleim her. Grundstzlich knnen alle tierischen Warmleime verwendet werden. Frher war der franz. Tafelleim "Chardin" die erste Wahl. Heute aber ist der deutsche Hasenleim qualitativ gleichwertig wenn nicht besser und gnstiger. Hasenleime, sowohl der deutsche wie auch der franzsische haben den Nachteil, da sie den Bolus sehr stark aufquellen lassen. Gute Eigenschaften fr den Polimentleim bietet der Hautleim oder die Gelatine. Alternativ kann hier auch der Knochenleim verwendet werden. Bei der Herstellung unseres Polimentleimes verwendet man den Hautleim. Hier geben wir die Mengenangaben in Gewicht und Milliliter an, da dies genauer ist als mit Volumenteilen. Man gibt 7 - 8 Gramm Hautleim auf 250 ml Wasser. Lt diesen quellen und erwrmet ihn bis man eine flssige Masse erhlt. Die Konsistenz des Leimes ist richtig, wenn die Masse im erkalteten Zustand eine gallertartig ist. Nun wird mit dem Leim das Poliment hergestellt. Dazu bentigt man zwei verschiedene Polimente hinsichtlich der Leimstrke. Begonnen wird mit gelbem Poliment. Auf 50 gr. Polimentleim bentigt man 15 gr. Bolus. Mit diesem Poliment werden 2 Auftrge aufgebracht. Danach fr die Hochglanzvergoldung nimmt man rotes Poliment auf 50 gr. Polimentleim kommen 20 gr. Bolus. Es ist also schwcher als das Gelbe Poliment. Zum Anleimen des Polimentes soll der Leim nur lauwarm sein aber flssig und wird nach und nach zugegeben. Zum Schlu wird das Poliment noch gesiebt und ist dann gebrauchsfertig. Das Eipoliment erfordert viel Zeit fr die Herstellung. Fr 25 gr. Bolus bentigt man 30 gr. Eiwei (etwa 1 Ei). Das Eigelb wird sorgfltig vom Eiwei getrennt. Dann wird das Eiwei zum Eischnee geschlagen. Dies lt man ber Nacht ruhen. Dadurch bildet sich wieder eine klare Flssigkeit und die Eiweigallerte ist zerstrt. Danach wird das Eiwei mit dem Poliment verrhrt, gesiebt und in einem verschliebaren Glas aufbewahrt. Lt man dieses nun bei Raumtemperatur stehen, ist es in ca. zwei bis drei Wochen gebrauchsfertig. Im Khlschrank mu man vier Wochen warten. Nach der Herstellung des Poliments, mu das Werkstck noch mit einer Lsche behandelt werden. Fr die Lsche verwendet man Polimentleim und verdnnet diesen mit 1/3 Wasser. Die Lsche streicht man mit ca. 35 C erwrmt auf unseren Weigrund auf. Nicht wrmer, da sonst der Weigrund angelst wird, aber auch nicht klter, damit die Lsche gut in den Weigrund eindringen kann. Sie hat die Aufgabe den relativ saugenden Weigrund abzudichten, aber nicht ganz denn die Verbindung mit dem Poliment mu noch gewhrleistet sein. Nun kann mit dem Auftrag des Polimentes begonnen werden. Zuerst das gelbe Poliment. Die Temperatur sollte etwas unter der der Lsche liegen. Zwei Auftrge in Gelb und zwei Auftrge in rot. Je nach Bedarf mu der Auftrag nun geschliffen werden. Im gnstigsten Fall gengt es diesen mit einer Polimentbrste abzureiben. Bei greren glatten Flchen werden diese auch mit einer Stahlwolle mit der Feinheit 000 abgerieben. Wichtig ist, danach die zu vergoldende Flche mit einem Tuch staubfrei zu machen.

Vergoldung
Das Werkstck ist nun soweit vorbereitet, da mit der eigentlichen Vergoldearbeit begonnen werden kann. Wie bei allen Arten der Vergoldung bentigt man auch hier ein Klebemittel. Aber anders als bei den anderen Vergoldungen, wo ein Klebemittel aufgebracht wird, mu bei der Polimentvergoldung das Klebemittel, welches in Form des Leimes im Poliment bereits enthalten ist und mit Hilfe einer Netze reaktiviert werden. Die Netze ist eine Mischung aus Wasser und Alkohol. Die von der Fa. Wasner angebotene Spezialnetze ist zustzlich mit etwas Leim versetzt, was den Vorteil hat, da sie etwas lnger stehen bleibt und nicht so schnell abtrocknet. Dies ist besonders interessant fr Vergolder mit weniger bung. Die Vergoldung mu schwimmend erfolgen. Deshalb benetzt man nur soviel wie man auch in einem Stck vergoldet. Das Gold mu in die nasse Netze eingelegt werden. Ist diese bereits angetrocknet und der Grund nur noch Feuchtigkeitsflecken hat, mu neu benetzt werden. Mit dem Polieren des angeschossenen Blattgoldes kann begonnen werden, wenn die Netze restlos verdunstet ist, bzw. in den Untergrund abgezogen ist. In der Regel dauert dies zwei bis drei Stunden, was natrlich auch von der Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur abhngig ist. Nach dem Polieren ist die Vergoldung im Grunde fertig. Wird eine Vergoldung nicht stndig Berhrungen ausgesetzt, lt man sie Natur. Bei Gegenstnden die hufig berhrt werden empfiehlt es sich diese berzulackieren. Dies kann mit Schellack oder Zapponlack erfolgen. Vergoldungen mit Weigolden mssen grundstzlich mit einer berlackierung gegen Oxydation geschtzt werden.
Hinweis:
Produktinformationen und Produktberatung geben wir nach bestem Wissen und unserer Erfahrung sowie Testarbeiten. Diese Angaben sind jedoch unverbindlich und schlieen jegliche Haftung durch uns aus, gleichgltig ob die Auskunft mndlich oder schriftlich erfolgt ist. Sie sind lediglich Empfehlungen, die den Kunden nicht von der Notwendigkeit von Eigenversuchen entbinden um die Produkte den rtlichen Gegebenheiten anzupassen. Ebenso schlieen wir eine Haftung durch Schden aus, die durch unsachgemen oder fahrlssigen Gebrauch unserer Artikel entstehen. Die Beachtung und Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen und eventueller gesetzlicher Regelungen liegt ausschlielich beim Kunden